Gemeinsam mit der AG „Umwelt und Naturschutz“ besuchte die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen gestern das NSG „Um den Eibsee“ – ein Stück Wildnis in der Stadt. Das Naturschutzgebiet im östlichen Stadtgebiet zwischen Adelsberg und Euba ist rund 39 Hektar groß. Die Landschaft umfasst offen-nasse Flächen, Kleingewässer, Hochstaudenfluren und Reste der ehemaligen militärischen Nutzung – ein Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere.
Wir wurden geführt von Vertreterinnen des Vereins Natur-Hof Chemnitz e.V., der seit 1997 das Gebiet durch extensive Beweidung mit Angus-Rindern pflegt. Ohne die Pflege würde die Fläche schnell verbuschen und nach und nach zu Wald werden. Die wertvollen Lebensräume des Offenlandes für viele Arten würden wieder verloren gehen. Was die Angus-Rinder nicht schaffen, wird in ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen durch den Verein offengehalten. Dabei müssen nachwachsende Sträucher und vor allem Birken naturschutzgerecht so entfernt werden, dass eine struktur- und artenreiche Fläche mit viel Offenland erhalten bleibt. Neben der praktischen Arbeit mit den Tieren und auf der Fläche gibt es im Naturschutz auch eine Menge an Bürokratie zu bewältigen. Die langjährige Arbeit des Vereins zeigt, dass Naturschutz ohne Ehrenamt, Begeisterung und langem Atem nicht funktionieren würde.
Der Besuch erbrachte für Fraktion und Arbeitsgemeinschaft viele Impulse. Wir engagieren uns seit vielen Jahren für den Gehölzschutz, für Pflanzaktionen, Flussreinigungen oder urbane Begrünungen. Naturschutz in der Stadt passiert nicht am Schreibtisch, sondern muss konkret angepackt werden. Wenn sich lokale Naturschutzpraxis mit bürgerschaftlichem Engagement verbindet, wird Natur in der Stadt auch ein Lern- und Erfahrungsraum, deren Wert und Bedeutung viel stärker geschätzt wird.







