Am Montag, 10. November, lud die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Chemnitz zur offenen Diskussion „Was für ein Theater? – Zukunft des Chemnitzer Schauspiels“ ein. Zahlreiche Interessierte folgten der Einladung ins Grüne Büro, um gemeinsam mit Expertinnen und Experten über die Zukunft des traditionsreichen Schauspielhauses zu sprechen.
Zum Auftakt gab Volkmar Zschocke, Fraktionsvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Chemnitzer Stadtrat, einen umfassenden historischen Abriss über die wechselvolle Geschichte des Chemnitzer Schauspiels – von den frühen Anfängen bis zu den aktuellen Standortdebatten.
Auf dem Podium diskutierten
✨ Dr. Christoph Dittrich (Generaldirektor der Theater Chemnitz),
✨ Manuela Tschök-Engelhardt (Aufsichtsrätin der Theater Chemnitz) und
✨ Anna Lanfermann (kulturpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Chemnitz),
moderiert von Joseph Israel.
Im Mittelpunkt stand die zentrale Frage: Soll das historische Schauspielhaus am Park der Opfer des Faschismus erhalten bleiben – oder braucht Chemnitz einen Neubau mit neuer Vision?
Moderator Joseph Israel führte mit einer herzlichen Begrüßung und klaren Struktur durch den Abend. Er betonte die kulturelle wie auch städtebauliche Bedeutung des Themas für Chemnitz und stellte die Diskutant:innen vor. Dabei unterstrich er, dass es nicht nur um die Zukunft eines Gebäudes gehe, sondern um ein Stück Chemnitzer Identität und Stadtentwicklung.
In seiner Moderation spannte er den Bogen von offenen Einstiegsfragen – etwa, wo ein Schauspielhaus stünde, wenn Geld keine Rolle spielte, und welche Kriterien ein solches Haus erfüllen müsse – bis hin zu den konkreten Varianten, die derzeit in der Stadtverwaltung geprüft werden.
Joseph Israel lud das Publikum mehrfach ein, sich mit eigenen Fragen und Positionen zu beteiligen. Themen wie Bürgerbeteiligung, Beitrag zur Stadtentwicklung und die Rolle des Theaters als öffentlicher Raum standen dabei im Mittelpunkt.
Es entwickelte sich eine lebendige und kontroverse Debatte, in der sowohl die städtebauliche Bedeutung als auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beleuchtet wurden. Mehrheitlich wurde die Innenstadt als idealer Standort für ein zukünftiges Schauspielhaus gesehen – allerdings nur, wenn ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Angesichts der angespannten Haushaltslage wurde betont, dass Offenheit für Kompromisse bei Standort und Standards notwendig sei.
Deutlich wurde auch: Eine breite öffentliche Diskussion über die Zukunft des Chemnitzer Schauspiels ist überfällig. Bisher konnte selbst in den zuständigen Stadtratsgremien noch keine vertiefte Beratung stattfinden – wertvolle Zeit ist bereits verstrichen. Auch der Schwung der Kulturhauptstadt-Bewerbung wurde bislang nicht für das Schauspielhaus genutzt.
Anna Lanfermann, die kulturpolitische Sprecherin der Fraktion, machte in der Diskussion deutlich, dass es zu den vorliegenden Plänen für das Chemnitzer Schauspielhaus noch viele offene Fragen gibt. Sie betonte, dass die bündnisgrüne Fraktion bewusst keine vorschnelle Festlegung treffen wolle, solange die konkrete Beschlussvorlage der Stadtverwaltung noch nicht vorliegt. Stattdessen gelte es, den Entscheidungsprozess kritisch zu begleiten und gezielte Fragen zu stellen, um Transparenz zu schaffen und mögliche Konsequenzen der verschiedenen Varianten zu verstehen.
Die Veranstaltung machte klar: Das Thema bewegt – und die Zukunft des Chemnitzer Schauspiels bleibt eine entscheidende Frage für die kulturelle Identität und Stadtentwicklung unserer Stadt.

