Gewalt gegen Frauen ist ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem – auch in Chemnitz. Ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, SPD und DIE LINKE fordert, dass künftig im Sicherheitsbericht des Stadtrats regelmäßig über geschlechtsspezifisch gegen Mädchen und Frauen gerichtete Straftaten berichtet wird – darunter Sexualstraftaten, häusliche Gewalt, Nachstellung, Menschenhandel, digitale Gewalt und Femizide. Anlässlich des morgigen Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen erinnert der Antrag besonders eindrücklich daran, dass konsequente Aufklärung und politische Verantwortung unverzichtbar sind.
„Gewalt gegen Frauen ist ein gigantisches Sicherheitsproblem. Es ist Zeit, dass wir es auch als solches behandeln. Der 25. November mahnt uns jedes Jahr hinzusehen. Unser Antrag sorgt dafür, dass dieses Hinsehen zur politischen Pflicht wird – im ganzen Jahr. Transparenz ist der erste Schritt zu mehr Schutz und Prävention. Wer über Gewalt gegen Frauen informiert ist, kann wirksamer handeln. Wir müssen das öffentliche Bewusstsein schärfen und Betroffene besser unterstützen“, mahnt Christin Furtenbacher, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen im Stadtrat.
Julia Bombien, Sprecherin für Gleichstellung und Prävention der SPD-Fraktion ergänzt: „Der Anstieg von Partnerschaftsgewalt macht uns alle betroffen und besorgt. Es gilt mit einem klaren Lagebild, die Beratungs- und Hilfeangebote ausreichend und zielgerichtet zu stärken. Es braucht die Sensibilisierung und Faktenkenntnis, um frühzeitig Maßnahmen beraten zu können, wie wir in der Stadt Chemnitz dem Gewalthilfegesetz gerecht werden. Die Berücksichtigung im Lagebericht der Polizei im Stadtrat trägt dazu bei.“
Sandra Zabel, Sprecherin für Gleichstellung der Fraktion DIE LINKE, betont: „Geschlechtsbezogene Gewalt bis hin zum Femizid passiert jeden Tag. Jeden dritten Tag wird eine Frau in Deutschland aufgrund ihres Geschlechts getötet. Erst vor kurzem gab es in Chemnitz wieder einen klaren Femizid. Deshalb braucht es hier als ersten Schritt mehr Informationen zu den Zahlen, dem ein zweiter Schritt – mehr Beratungsangebote und Schutzeinrichtungen – folgen muss.“
Der Antrag fordert die Stadtverwaltung auf, in Abstimmung mit der Polizeidirektion Chemnitz eine systematische Berichterstattung zu ermöglichen. Ziel ist es, die Fallzahlen und Entwicklungen in Chemnitz kontinuierlich im Stadtrat zu präsentieren und so faktenbasierte Debatten zu fördern.
Die bundesweiten Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit: Jeden Tag werden mehr als 140 Frauen und Mädchen Opfer einer Sexualstraftat, alle drei Minuten erfahren Frauen häusliche Gewalt. Auch auf kommunaler Ebene zeigen Lagebilder eine klare Handlungsnotwendigkeit.
Mit der regelmäßigen Berichterstattung setzt Chemnitz ein starkes öffentliches Signal: Gewalt gegen Frauen ist nicht nur ein individuelles Problem, sondern eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft, der entschlossen begegnet werden muss.
Pressemitteilung vom 24.11.2025

