Gelbes Band für Chemnitz: Obst ernten statt verkommen lassen

Chemnitz könnte künftig noch stärker nutzen, was auf den Grünflächen wächst: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen bringt zur kommenden Stadtratssitzung Anfang Oktober die Beteiligung an der Aktion „Gelbes Band“ zur Abstimmung. Mit einem gut sichtbaren gelben Band sollen während der Erntezeit geeignete Obst- und Nussbäume gekennzeichnet werden. Das Signal ist einfach: Die Früchte dürfen von Bürgerinnen und Bürgern für den persönlichen Bedarf geerntet werden.

„Es ist schade, wenn Früchte vor unserer Haustür ungenutzt verkommen. Das „Gelbe Band“ schafft ein einfaches und sichtbares Signal: Hier darf geerntet werden – kostenlos und ohne Rücksprache“, erklärt Grünen-Stadträtin Christin Furtenbacher. „Allein im Rahmen der Kulturhauptstadt wurden in Chemnitz rund 1500 Apfelbäume gepflanzt. Viele weitere stehen entlang von Straßen und Wegen, in Innenhöfen und in Kleingartenanlagen. Wir wollen die Chemnitzerinnen und Chemnitzer einladen, das Obst vor ihrer Haustür zu ernten. Damit können wir Lebensmittelverschwendung vermeiden und für unsere Stadtnatur begeistern.“

„Die Idee kann auch dazu beitragen, das Vermächtnis des Kulturhauptstadtjahres lebendig zu halten“, so Furtenbacher weiter. „Kulturhauptstadt ist für uns nicht nur ein Jahr voller Veranstaltungen, sondern auch die Frage, was davon im Alltag der Menschen bleibt. Das Gelbe Band ist dafür ein kleines, aber sichtbares Beispiel: Es verbindet Nachhaltigkeit, Nachbarschaft und gemeinsames Tun. Damit knüpft es unmittelbar an das Kulturhauptstadtprojekt ‚Gelebte Nachbarschaft‘ an.“

„Der Antrag sieht außerdem vor, zu prüfen, wie private Eigentümerinnen und Eigentümer von Obstbäumen sich freiwillig an der Aktion beteiligen können. So könnte aus einer städtischen Initiative perspektivisch ein noch größeres Netzwerk frei zugänglicher Ernteangebote entstehen. An bestehende Aktivitäten wie mundraub.org und Foodsharing in Chemnitz könnte dabei angeknüpft werden.“

Pressemitteilung vom 25.09.2026

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